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Verkehrskonzept für die Stadt Ebern 

Vorschläge des Bund Naturschutz Ebern zur Verbesserung der Verkehrssituation in Ebern
Stand: Februar 1992
(Anmerkung vom Stand 1997: Diese Vorschläge liegen immer noch uneingeschränkt als aktuell auf dem Tisch. Es hat sich bis heute noch nichts getan, was zu einer Verbesserung der Verkehrssituation in Ebern führen würde!!!) 
Zielsetzung: Vermeidung von Verkehr -nicht nur Verlagerung -
Hierzu schlagen wir folgende Maßnahmen vor:
1.Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) 
In der Zukunft sind die Landkreise und die Kommunen an der Ausgestaltung und der Finanzierung des ÖPNV beteiligt.
Daher Einbindung des örtlichen Öffentlichen Personennahverkehrs in das derzeit in Erarbeitung befindliche Konzept über den ÖPNV im Landkreis und der Region Main-Rhön.
a)im Rahmen dieses Konzeptes sollte der Personenverkehr auf der Schiene bis Maroldweisach wieder aufgenommen werden
b)Verstärkung und Neuaufbau des Werkverkehrs
z.B. für Kugelfischerbedienstete (jetzt FTE-Ebern) 
 für Bundeswehrangehörige
 für Schüler
  -Eine große Zahl von Schülern wird mit dem Auto zu den Schulen gebracht.   Nicht nur ABC-Schützen!
c)Nutzung der Werksbusse und Schulbusse durch alle Bürger
d)Einrichtung einer Stadtbusliniezu den Einkaufszentren
 -Marktplatz
 -Sandhof
 -Kapellenstraße, Bahnhofstraße
2.Förderung der Benutzung des ÖPNV 
a)Schaffung eines neuen Schienenhaltepunktes bei der Grundschule
Solche zusätzliche Haltepunkte haben Gemeinden laut ÖPNV-Gutachten Main-Rhön S.49 schon in Eigeninitiative angelegt! Zuwendungen nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) können hierfür teilweise in Anspruch genommen werden.
 -Hauptnutzer der Schiene sind Schüler der Realschule und des Gymnasiums
 -Verkürzung des Weges auch für einen Großteil der Eberner Bevölkerung (Altstadt,  Losbergsiedlung, Fröschleinacker).
b)Zuschuß durch Landkreis/Stadt für Pendler (sogenanntes Umweltticket)

3.Schaffung von Radfahrwegen bis zur Innenstadt 
Die derzeit vorhandenen Radwege (aus Unterpreppach, Fierst und Eyrichshof) enden alle bereits weit vor der Innenstadt!
a)Vernetzung derselben
b)Einbahnstraßen auch in Gegenrichtung für Radfahrer freigeben
c)Wege in den Parkanlagen für Radfahrer freigeben
d)Radwege zu den Schulen

4.Verbesserung der Gehwegsituation 
a)auf dem Weg in die Innenstadt
b)in der Innenstadt selbst

Die o.a. Maßnahmen 1 bis 4 schlagen wir in Anlehnung an den Zwischenbericht zur Verkehrsuntersuchung der Freien Planungsgruppe Berlin vor. In diesem Bericht werden Maßnahmen zur Förderung der Attraktivität
-des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und
-des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs
besonderes Gewicht beigemessen.

5.Förderung der Ansiedlung von Einzelhandelsgeschäften in den Siedlungen 
In den Siedlungsgebieten Steinberg, Sölln und Losberg könnten Zweigstellen von örtlichen Einzelhandelsgeschäften eröffnet werden. Der Bebauungsplanentwurf für das neue Baugebiet (Mannlehen) in Richtung Lützelebern sieht z.B. ein sogenanntes kommunikatives Zentrum vor, wo die Bewohner u.a. die notwendigen Einkaufsbedürfnisse befriedigen können. Dies stellt einen Schritt in die richtige Richtung dar.

6.Keine weiteren Verkehr erzeugenden Ansiedlungen in Sandhof 
So sollte z.B. der Wertstoffhof zentraler angelegt werden. Der vorgesehene Standort in Sandhof erzeugt zusätzlichen Verkehr durch die Altstadt. Besser wäre ein Standort hinter dem TV-Sportplatz. Die dort geplante Skatebordbahn kann in diesem Bereich trotzdem noch angelegt werden.
Bei konsequenter Durchführung der Maßnahmen 1 bis 6 ist mit einer erheblichen Verringerung des Autoverkehrs im gesamten Stadtbereich zu rechnen.
Eine weitere wesentliche Entlastung der Innenstadt vom Autoverkehr ist durch folgende verkehrslenkende Maßnahmen erreichbar:

7.Umlenkung des Nord-Südverkehrs über die Gymnasiumstraße 

8.Schaffung von marktplatznahen Parkplätzen 
Neben den vorhandenen Parkplätzen beim (ehemaligen) Aldi-Einkaufsmarkt und ab Herbst 1992 am alten Sportplatz sollten an der südlichen und westlichen Einfahrt in die Innenstadt je ca. 20 Parkplätze neu geschaffen werden. Das Problem der Zufahrt aus südlicher Richtung zum Parkplatz am alten Sportplatz durch die Häfnergasse (Einbahnstraße) wäre dann auch nicht mehr gegeben.

9.Ausweisung des "Stadtberges"(Spitaltorstraße) als "verkehrsberuhigte Zone" 
Diese Maßnahme ist -nach Änderung des Baulastträgers- sofort und ohne große bauliche Maßnahmen durchführbar. Sie bedeutet, daß Autos und Fußgänger auf der ganzen Straße gleichberechtigt sind. Autos dürfen nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren.
Zusammen mit der Maßnahme 7) würden sich nach dem Verkehrsgutachten der Planungsgruppe Berlin (Seite 30 Planungsfall 1A) eine Verringerung der Verkehrsbelastung
  • um 27 % in der Kapellenstraße
  • um 55 % in der Spitaltorstraße
  • um 56 % auf dem Marktplatz
  • und um 19 % in der Ritter-von-Schmitt-Straße ergeben.
Der Autoverkehr in der Spitaltorstraße stellt derzeit eine Gefahrenquelle ersten Ranges dar (hohe Verkehrsbelastung, praktisch kein Gehweg). Außerdem ist diese Straße dadurch äußerst unattraktiv zur Nutzung als Wohn- oder Geschäftsbereich. Dieser Bereich ist für das ansonsten so schöne Ebern ein Schandfleck.
Bei Ausweisung nur des Stadtberges als "verkehrsberuhigte Zone" könnten, soweit notwendig, alle Geschäfte trotzdem mit dem Auto angefahren werden. Die Einkaufsattraktivität des gesamten Marktplatzes wird dadurch erhöht.

10.Hirtengasse und Mühlenviertel nur noch für Anlieger freigeben 
Dadurch fallen die sogenannten Schleichwege zur Umgehung des Marktplatzes weg.

Autofahrer aus Richtung Westen (Sandhof, Kaserne, Unterpreppach), welche zum Marktplatz müssen, sollten entweder an der Neubrückentorstraße parken und zu Fuß zum Marktplatz gehen oder über die Bundesstraße Richtung Heubach und über Klein-Nürnberg zum Marktplatz fahren.

11.Schaffung von Tempo-30-Zonen in den Wohngebieten 
Alle Wohngebiete sollten mit Ausnahme der nicht für Tempo-30 geeigneten Straßen flächendeckend zu Tempo-30-Zonen erklärt werden.



Fazit des Bund Naturschutz Ebern: 
Bei Verwirklichung der von uns vorgeschlagenen Maßnahmen ergibt sich nicht nur für die Innenstadt eine Reduzierung der Belastung mit Autoverkehr, sondern im gesamten Stadtbereich. Wir lehnen daher den Bau einer weiteren Autostraße durch den Baunachgrund ab, da diese zusätzliche Straße eine unnötige Versiegelung unserer Landschaft mit sich bringt und einen erheblichen Eingriff in den Baunachgrund bedeuten würde. 
Konsequente Vermeidung von Autoverkehr bedeutet eine Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität für alle Eberner Bürger.