zipp 2001

           26" vorn - 28" hinten    Fortschritt oder Geldschneiderei ???

Was Hellriegel Zäck und Co. heute fahren, will morgen auch die Masse der Triathleten haben. So war es bei den „Scott"-Lenkern, so war es bei den Scheiben und den 26-Zöllern.

Und wenn sich das so fortsetzt, können wir unsere schönen 26-Zöller schon bald günstig an den Mann/Frau bringen. Angesagt scheinen Tri-Maschinen mit kleinem 26-Zoll-Vorderrad und üblichen 28 Zoll hinten . In Roth im Ietztes Jahr waren drei der ersten vier Finisher auf diesen Maschinen unterwegs. Es stellt sich die Frage nach dem Sinn ! Ein Gag der Radindustrie um die sinkenden Umsätze anzukurbeln ?

Und eineige altgediente Triathleten werden sagen: Moment das hatten wir doch schon einmal ! Genau die gute alte Zeitfahrmaschine sah so oder ähnlich aus. Leider haben wir sie letztes Jahr endlich an einen vermeintlich Dummen verkauft.

Neben der rasanten Optik sprechen ein paar technische Argumente dafür, auch heim Triathlon-Hinterrad auf 28 Zoll zu setzen.

So stehen für das 28-Zoll wesentlich mehr Scheiben und Aero-Laufräder zur Auswahl. ( Die sind nebenbei auch noch billiger als die 26er Versionen)

Weiter Vorteile ergeben sich im Bereich der Schaltkomponenten: Alle Straßenkomponenten sind exakt für den Einsatz am klassischen Rennrad mit seiner Hinterbaulänge, seinen Kettenblatt- und Ritzelgrößen optimiert. Auf kleinen Ritzeln, wie sie am 26-Zöller nötig werden, läuft die Kette deutlich schlechter als auf großen. Wer einmal versucht hat eine vernünftige Kettenlinie mit 56/12 zu justieren, kann ein Lied davon Singen. Insbesondere die Umwerfer tun sich Schwer mit dem kurzen Radstand. Und bei den neuen 9-fach Packeten wird es noch schwieriger.

Und weil bei Triathleten die Kette ziemlich weit rechts auf dem Ritzelpaket Zuhause ist, ist es nicht sinnvoll, die Kränze mit ller und l2er Ritzeln zu bestücken. Ein 28er Hinterrad hat einen um acht Prozent größeren Umfang als 26er. Deshalb arbeitet die Kette bei gleichem Tempo hier auf größeren Ritzeln. Zudem läuft die Kette bei normal justierter Kettenlinie wesentlich reibungsärmer nach hinten, wenn sie zum mittleren Bereich des Zahnkranzes führt. Für "Normalos" ist das kein großes Problem: Ihre Standardgänge liegen nicht so weit rechts wie bei Hellriegel und Co. Am Vorderrad haben die kleinen Räder weiter eine sichere Existenzberechtigung, wenn man kleine Rahmenhöhen braucht oder einen besonders niedrigen Lenker schätzt.

Einen Nachteil haben große Hinterräder dann, wenn das Vorderrad klein bleibt: Man braucht zwei Ersatzreifen oder Schläuche für unterwegs.

 

 

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