Lebensraum Rhön  "Land der offenen Fernen"

nebel.JPG (8241 Byte)          Urlaubs-Region im Einklang mit der Natur

Modell im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Seit 1991 ist die Rhön von der UNESCO in Paris als Biosphärenreservat anerkannt. Dies stellt eine hohe Auszeichnung für die Region und ihre Bewohner dar. Denn die Pariser Welt-Kultur-Organisation zeichnet damit in jeder biogeographischen Provinz der Erde - 340 gibt es davon global - nur ein einziges Gebiet aus. Und zwar das, in dem die traditionelle Landnutzung möglichst naturschonend durchgeführt wurde. Mit den Biosphärenreservaten will die UNESCO weltweit ökologische Modellregionen einrichten, in denen in der Praxis nachgewiesen werden soll, daß die Nutzung einer Landschaft in Form von Land- und Forstwirtschaft, Siedlung und Gewerbe oder Verkehrs- und Energie-Infrastruktur nicht automatisch zu einer Beeinträchtigung oder gar Störung des Naturhaushalts führen muß. Die Biosphärenreservate sollen sozusagen modellhaft darstellen, daß die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie möglich ist und - ein ganz entscheidender Faktor - sich dies für die Menschen der jeweiligen Region rechnet. Die Bauern der Rhön - sie haben bislang schon die Voraussetzung für naturverbundenes Wirtschaften geschaffen - und die anderen Bürger dieser Region sind, nach anfänglichem Zögern, "stolz auf ihr Biosphärenreservat" und sehen zunehmend die damit verbundenen Vorteile.

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Der Naturraum Rhön ist vor allem in den Hochlagen geprägt durch die wald- freien Kuppen und Matten, die diesem Gebirge zu dem Begriff "Land der of- fenen Fernen" verholfen haben. Das aber ist alleiniges Ergebnis einer natur- schonenden extensiven Landwirtschaft. Unter den Rahmenbedingungen der EU-Agrarpolitik würden die Hochlagen mit Sicherheit heute nicht mehr offen gehalten und zunehmend mit Fichten aufgeforstet. Damit wäre der besondere touristische Alleinstellungswert der Rhön - das Land der offenen Fernen - verloren. Der Landschaftscharakter der Rhön und ihre qualitative Eignung als Urlaubsregion ist also nur über die Aufrechterhaltung einer weiteren land- wirtschaftlichen Nutzung zu garantieren. Dies aber soll und kann nicht über staatliche Landschaftspflege gewährleistet werden, weil dies weder die Gesellschaft als Steuerzahler zu zahlen bereit ist, noch die soziokulturelle Struktur dafür sinnvoll erscheint. Die Lösung liegt allein in einer Aufrechterhaltung der landwirtschaftlichen Betriebsstruktur. Der produzierende Bauer, nicht der staatlich finanzierte Landschaftspfleger, erhält langfristig die Rhön. Diese Erkenntnis zwingt zum Handeln. Mit herkömmlicher Agrarförderung ist dies kaum leistbar. Gefragt sind individuelle Betriebsberatungen für die Bauern, die ihnen ihre Chancen als Partner des Tourismus, des Naturschutzes und umweltbewußter Verbraucher transparent machen. bie bisherige gastronomische Struktur der Rhön war ebenfalls nicht geeignet, dieses Gebirge deutlich über andere Regionen hinaus zu profilieren. Die Rückbesinnung auf alte Rhöner Gerichte, der damit sinnvoll vernetzte Wareneinsatz von Rhöner Bauern und die entsprechend geschickte Präsentationen eines solchen ganzheitlichen regionalen Produktangebots zeigen aber die Wege auf, die mit dem Biosphärenreservatjetzt beschritten werden können. Der Tourismus in der Rhön - wie in allen anderen Kulturlandschaften auch ist auf eine funktionierende Landwirtschaft angewiesen. Nur extensiv betriebene Landwirtschaft sichert die Kulturlandschaft, die das Kapital des Tourismus darstellt. Die Landwirtschaft andererseits ist gerade in den Mittelgebirgsregionen auf den Tourismus als Nebenerwerb angewiesen. Die Gastronomie kann sich über das Angebot regionaler Produkte in besonderer Weise auf dem Urlaubsmarkt profilieren. Dies erkennen zunehmend mehr Gastwirte und Hotelliers in der Rhön und setzen auf diese zukunftsorientierte Schiene. Also kommt der guten Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus eine herausragende Bedeutung bei der Erhaltung der Kulturlandschaft Rhön zu. Die Hotellerie und Gastronomie kann zur langfristigen Sicherung dieser Kulturlandschaft einen eigenen wichtigen Beitrag leisten. Diese Zusammenhänge verdeutlicht und unterstreicht die Arbeit der Trägerorganisation des länderübergreifenden Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen durch aktive Arbeit und die Initüerung von zahlreichen Projekten. Damit wird in der Rhön nachvollziehbar, daß Landwirtschaft, Tourismus, Handwerk und Kultur wichtige Faktoren sind, um auch im Sinne ökologischer Vernetzung - den Naturschutz im Kielwasser einer solchen Entwicklung zu fördern.

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Landkreis Rhoen-Grabfeld                                                   weite.JPG (3406 Byte)

Rhoenline

Weitere Informationen erhältlich über: Verein "Natur- und Lebensraum Rhön", Georg-Meilinger-Str. 3, D-36115 Ehrenberg-Wüstensachsen Tel.: 0 66 83-9 60 20

 

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