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14.11.1999
SV Fellbach - HSC Bad Neustadt 17:18 (7:8)
Tore:
HSC
Mijacinovic 8(5), Bontas 4, Pussert 2, Leynar 2, Sauerhammer 1, Massa 1

SVF
Unfried 4, Fischer 3, Neta 3(1), Notz 2, Bohn 2, Heinzel 1, Winkler 1, Benesch 1
 
Erst ein Blick auf die Tabelle konnte die etwa 350 Besucher des Spiels in der Fellbacher Zeppelinhalle davon überzeugen, dass sich zwei Teams gegenüberstanden, die üblicherweise viele Tore erzielen. Diesmal war eher Ladehemmung, bzw. beharrliche Abwehrarbeit angesagt.

Der nur beim 1:0 und 2:1 in Führung liegende Gastgeber musste kurzfristig auf das Mitwirken seines russischen Spielertrainers Alexander Prasolov verzichten. Er ließ sich wenige Minuten vor dem Anpfiff vom Spielberichtsbogen streichen, was den Verantwortlichen des SV gar nicht schmeckte.
Der zweite Rückraumstar der Stuttgarter Vorstädter, der Rumäne Bogdan Neta wurde von der HSC-Abwehr bis in die Schlussphase praktisch abgemeldet. Was die übrigen Fellbacher auf das Tor brachten konnte HSC-Kapitän Torsten Nick reihenweise entschärfen. Der sympathische Keeper aus Südbaden knüpfte damit an die seit Wochen gezeigten Glanzleistungen an. Mit einem solchen Rückhalt konnte der HSC beim 3:6 erstmals drei Tore vorlegen. Aber das gab den erstmals wieder von Vladimir Haber gecoachten Neustädtern keine Sichherheit. Der von Beginn an eingesetze Breun konnte von Rechtsaußen ebensowenig für Torgefahr sorgen wie Sven Sauerhammer von Linksaußen. Marius Caras war angeschlagen und wurde fast nur in der Abwehr eingesetzt. Mile Mijacinovic und Mitica Bontas hatten mehr Fehlversuche als üblich, Geremia Massa zeigte zu wenig Durchschlagskraft. Bontas wurde nach einigen unglücklichen Aktionen sogar vorübergehend auf die Bank beordert.

Ohne selbst Glanz zu verbreiten konnten die Gastgeber das Spiel zur Halbzeit (7:8) und danach (9:10) zunächst offen halten.
Als der HSC beim 9:12 wieder ein Polster von drei Toren verbuchen konnte, begannen die Einheimischen zu kämpfen. Gegen einen HSC ohne rechten Spielfluss konnte prompt der Ausgleich (12:12) erzielt werden. In der 43. Minute versuchte Sven Sauerhammer einem durchgebrochenen Angreifer den Ball wegzuspitzeln. Sein Gegenspieler fiel dadurch auf die Schulter, an der er sich vor einer Woche verletzt hatte. Nachdem er auf dem Feld behandeln worden war, zeigten die sehr gut pfeifenden Arno Bauer und Heinrich Burger aus Freiburg und Waldkirch dem überraschten Sauerhammer eine vertretbare rote Karte.

Nun mußte Caras auch im Angriff spielen, auf Linksaußen kam Jens Pussert. Als Peter Hofmann einen Siebenmeter hielt, es war die einzige Einwechslung für ihn, startete der HSC durch. In dieser entscheidenden Phase erzielte Massa sein einziges Tor zur 12:13-Führung. Zweimal gelang es, am Kreis Jens Pussert frei zu spielen. Der Bayreuther nutzte beide Chancen. Auch der inzwischen eng bewachte Bontas erzielte nun wichtige Tore.
Mile Mijacinovic traf zwar für seine Verhältnisse "nur" drei mal aus dem Spiel heraus, zeigte sich aber als sicherer 7m-Werfer. Alle 5 Versuche von der ominösen Linie münzte er in Tore um.

Als es 15:18 stand, war der Käse eigentlich gegessen. Aber die Hausherren konnten noch 2 Treffer erzielen. Wenige Sekunden vor Schluss, der HSC hatte den dritten Angriff in Folge nicht erfolgreich abschließen können, kamen die Prasolov-Schützlinge nochmals in Ballbesitz, erreichten aber nicht mehr vor das von Torsten Nick prächtig gehütete Tor.

Gegen stärkere Gegner wird man sich steigern müssen, aber das darf man der Mannschaft des HSC auch zutrauen. Die Stimmung in der Mannschaft litt jedenfalls nicht unter dem vom Zeitpunkt her überraschenden Abgang von Gunter Funk. Sein Nachfolger Vladimir Haber, seines Zeichens nach wie vor Nationaltrainer der Auswahl Tschechiens, wird über einen Mangel an Beschäftigung in den nächsten Wochen nicht klagen können.
Nachdem Hockenheim in Hemsbach verloren hat, rückt der HSC auf Platz 4 vor. Mit dem SKV Oberstenfeld am nächsten Samstag (19.30 Uhr) in der Paul-Goebels-Halle und dem Zwickauer HC am Sonntag, den 28.11. um 16.00 Uhr in der Sporthalle Neuplanitz warten zwei Gegner aus hinteren Tabellenregionen, bevor es gegen Oßweil und Hemsbach geht. Bis dahin hat Vladimir Haber Zeit, die Mannschaft kennenzulernen und einzustellen. Im Dezember  wird sich zeigen, ob der HSC den Kampf um die Spitze nochmal aufnehmen kann.

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