Eine Liebesgeschichte mit Hilfe von 66 Komponisten
- ohne Musik, sozusagen un-notig

Von Jürgen Hanika, Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks
Realisierung als Web-Seite: Thomas Kerzel im Jahr 2001

Anmerkung: Die blau gefärbten Komponistennamen waren ehemals Links. Zu viele Adressen sind seit 2001 ungültig geworden.  

Dem Mädchen Berta war Walter nicht geheuer: Der Glatzkopf hatte einen Lully im Mund - und aus Buxtehude war er auch noch. "Nono", sagte das Mädchen, "Genzmer weg: Was machen sie eigentlich beruflich ?" Naja, sagte er Franck und frei, jetzt sei er Schütz von Beruf, habe aber früher als Wagner das Wagenseil gezogen, auch mal beim Fernsehen den Telemann gemacht, später umgesattelt und als Hartmann Loewen im Tierpark betreut, sei auch schon mal Weber unter lauter Webern gewesen. Er sei kein Brite, auch wenn er so Britten wirke, hier, unterhalb des Schönbergs, und er sei auch kein armer Zelter, sondern ein Reicha, und (als Kunststück) könne er bellen Vi valdi.

Die fasche Berta gab Walther eine Chance: Beim ersten Rendezvous trug sie ein CimaRosa-farbenes Kleid, er überreichte ihr keine Distlern, sondern einen schönen Strauß. Dann kam der Bruch in beider Leben: Er brauchte gar kein Lasso, sondern führte sie mozärtlich Klemmschwein auf der Zauberflöten-Partitur und mit Liszt Ibert den Bach in die Haydn zur Vogelweide, dann wurde der Feldmann immer Reger, sie kamen versehentlich zu Falla und purcellten ins Gras. Da konnte er sich nicht mehr brahmsen, wurde zum Liebermann und flüsterte: "Machst du mir den Paga?" "Nini", sagte sie und ließ das Ende offen. "Bachus wird uns zunächst zur Seite stehen." Gemeinsam machten sie "Gluck - Gluck", und beim Schein der Kerzen wurde er zum Süßmayr. Bald hatte er den Hummel im Hintern, und sie bat ihn: "Zeig mir doch mal Deinen kleinen Respighi." Sie warfen sich aufs Beet. "Hoventlich geht alles gut", waren seine Worte.

So verdiente er sich in der Liebe seine ersten Spohren, sie aber nannte ihn Adam, denn er stellte sich an wie der erste Mensch. Und so zog sie ihm die Falten des Gehrocks straw; inskyheim wünschte sie sich von ihm, dem Hobby-Mahler, ein schönes Bildnis.

Nach der Heirat gab es Händel, denn bald darauf hatten die beiden einen kleinen Mendelssohn, und sie wußten nicht, woHin demith. "Mein Gott, Walther, sagte sie, "ist mir doch alles völlig Elgar: Gib dem Kind die Roussel zu spielen - oder einen Schuh!" "Berta", sagte er, "spuck' mir nicht in die Suppé: Du Holst mir jetzt mal ..." Aber weiter kam er nicht, weill plötzlich ein Raubtier vor ihnen stand: Da wurde er richtig Bose: "Habacht", rief er, legte die Flinte an am Egk, der Blacher-Kracher machte "Poulenc!", und aus dem großen Berg - Wolf wurde ein Dallapiccola.

Und wenn Berta, Walter und ihr Mendelssohn nicht gestorben sind, dann geht der Ehe - Grieg musikalisch immer weiter.

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